SONNTAGMORGEN
Die Scheinwerfer der vorbeifahrenden Autos blenden sie nicht. Obwohl ihre Augen geöffnet, die Sinne aktiv, nimmt sie nur Fragmente ihrer Umwelt wahr. Fünfzig Stundenkilometer. Vielleicht sind es weniger. Mitten auf der Fahrbahn kommt der Wagen zum Stillstand. Behutsam öffnet sich die Tür der Beifahrerseite, sie steigt aus und er fährt davon. Noch sind ihre Füße wie benommen und suchen Halt auf dem nassen Boden. Ihre Hände fühlen sich gut an. Sie setzt sich. Das nasse Gras an der Böschung schmiegt sich an die kühlen Finger und die Kälte schmiegt sich um ihre Haut. Der Geruch der frischen Gräser steigt ihr in die Nase und ganz langsam gleitet der feucht süße Duft in das gesamte Innere des Körpers. Die Pupillen weiten sich und vorsichtig nehmen die Konturen der Umgebung eine tatsächliche Gestalt an.